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Einige Beispiele zur Integration
aus dem Kindergarten Denninger Straße 1

Heimweh nach Japan
Ein japanischer Junge 5,6 Jahre, besuchte seit einem Jahr unseren Kindergarten. Seine beste Freundin war ein japanisches Mädchen. Er verstand kleine Aufträge in deutscher Sprache und konnte sich verständlich machen. Als seine japanische Freundin mit ihrer Familie wieder nach Japan zog, hatte er großes Heimweh nach Japan. Es zeigte sich dadurch, dass er am liebsten alleine spielte und sich zurück zog. Auf Aufforderungen, die er vorher in deutscher Sprache verstanden hatte, reagierte er nicht. Etliche Kindergartenkinder wollten ihn gerne in Spielsituationen einbeziehen, aber er wollte nicht. Bei Aktivitäten im Stuhlkreis wie Singen, Geschichten, Bilderbücher Betrachtung, wandte er sich ab oder hielt sich die Ohren zu. Auch kam er immer später in den Kindergarten und wollte seine Mutter nicht gehen lassen. Seine Mutter litt auch unter Heimweh. Sie war mit der Mutter des japanischen Mädchens befreundet gewesen. Ein Versuch, ihn zu integrieren war z.B., dass wir die vor längerer Zeit gelernten japanischen Lieder sangen und seine japanische Kassette gemeinsam anhörten. Vom Sin-Studio im Netz hatten wir neue Computerspiele erhalten.
Darunter war die " Weltreise", dabei können die Kinder virtuell in fremde Länder reisen, auch Lieder des jeweiligen Landes hören und kleine Filme über das Land sehen. Die Kinder entdeckten in diesem Spiel Japan. Eifrig holten sie Y. her. Er zeigte große Freude, sang mit, lachte und erklärte den anderen Kindern Verschiedenes auf japanisch. Jeden Tag wollte er die "Weltreise" spielen, sobald er in den Kindergarten kam,. Es wurde ein Ritual, bis er sich gefestigt hatte. Dass er sich integriert hatte, merkten wir, weil er jetzt Aufforderungen wieder verstand und diese ausführte. Y. machte große Fortschritte in der deutschen Sprache. Schließlich, nach ca. einem Vierteljahr, konnte er "Dolmetscher" zwischen seiner Mutter und uns sein. Er suchte den Kontakt zu anderen Kindern. Gerne spielten sie mit ihm. "Y. ist immer so lustig", sagten seine neu gewonnenen Freunde. Im Stuhlkreis nahm er an gemeinsamen Aktivitäten aufmerksam teil. Auch Verabredungen am Nachmittag wurden zwischen Y. und anderen Kindern des Kindergartens getroffen. So bekam auch seine Mutter Kontakt zu anderen Müttern. Als er Interesse an anderen Computerspielen bekam, blieb die " Weltreise" sein Lieblingsspiel. Auf die Frage: "Was spielst du am liebsten?" " Die "Weltreise", weil ich Japan sehe," antwortete er.


Freundschaft
Zwei Jungen 4,5 Jahre alt, zankten sich oftmals. Der eine Junge war bei den älteren Jungen beliebt, durfte bei den Gruppenspielen mitmachen, der andere Junge fand bei den Buben des Kindergartens keinen Anschluß. In der Gruppe der Mädchen war er beliebt.
Beide spielten gerne am Computer, aber jeder mit seinen Freunden. Als wegen Erkrankung viele Kinder fehlten, spielten sie beide "Max das Schloßgespenst". Sie hatten gemeinsam Spaß am Suchen der Socken und beim gemeinsamen Lösen der Aufgaben. Als sie nach ein paar Tagen die Lösung hatten, kamen sie umarmt aus dem " Computerraum" und widmeten sich am Vormittag dem Aufbau von Playmobilstationen, d.h. sie spielten gemeinsam den Vormittag über. Seit diesem Tag spielten sie auch andere Spiele gemeinsam. Sie freundeten sich an und trafen sich auch am Nachmittag außerhalb des Kindergartens.. Auch der vorher ausgeschlossene Junge durfte jetzt bei den älteren Buben mitspielen.

Und hier finden Sie noch einige interessante Beispiele

 
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