M u L a
Multimedia-Landschaften
für Kinder
 

 

Wichtige Ergebnisse:

Die nachfolgenden Erkenntnisse beziehen sich auf medienpädagogische Erfahrungen mit dem Einsatz des ‚Spielplatz Computer' in Kindertagesstätten. Das heißt, die Erfahrungen wurden in einem pädagogisch verantworteten Rahmen gesammelt und verweisen auf medienpädagogischen Chancen, die sich mit den multimedialen Lern- und Spielwelten eröffnen.

Die multimedialen Lern- und Spielwelten bieten Neues
Mit dem Computer steht den Kindern erstmals ein mediales Spielzeug zur Verfügung, das zur aktiven (interaktiven) Nutzung auffordert. Anstelle einer passiven Berieselung können die jungen Menschen gemäß ihren individuellen Vorlieben die virtuellen Spiel- und Lernwelten erkunden. Der Multimedia-Rechner in Verbindung mit Edutainment-Titeln, d.h. Programmen zum Spielen und Lernen, ist zweifellos ein Spielzeug, das pädagogisch interessant ist. Durch die visualisierte Oberfläche ist er kinderleicht zu bedienen ist und die bunten Darstellungsformen animieren die Kinder zum Spielen. Diese Grundkonstellation ist es, die den Einbezug des"Spielplatz Computer" in den Erziehungsprozess zur frühzeitigen Ausformung einer Medienkompetenz geradezu prädestiniert.


Kinder ‚computern' am liebsten gemeinsam
Entgegen dem oftmals bestehenden Vorurteil, dass der Computer vereinsamend wirkt, zeigt sich im Gegenteil, dass die Kinder im Vorschulalter am liebsten gemeinsam mit und am Computer spielen. Die damit einhergehenden regen Kommunikationsprozesse verweisen auf eine positive Gruppendynamik.


Mädchen 'computern' genauso gern wie Jungen
Im Vorschulalter gibt es keine Dominanz der Jungen in der Nutzung der Computer, das zeigt MuLa ganz deutlich. Die Mädchen gehen genauso selbstverständlich mit der Hard- und Software um wie die Jungen. Ein deutlich erkennbares Verdrängen der Mädchen von der Maus oder Tastatur durch die Jungen kommt nicht vor. Geschlechtsdifferenziertes Verhalten ist allerdings in der Auswahl der Softwaretitel zu erkennen.


Der ‚Spielplatz Computer' aktiviert Eltern
Das Interesse der Eltern an dem Projekt ist erstaunlich hoch. An den Aktionstagen und Elternabenden ist vor allem die Beteiligung der Väter überraschend hoch. Sie nutzten die Aktionstage nicht selten dazu, mit ihrem Kind eigene Erfahrungen zu sammeln. Die häufig gestellten Fragen nach sinnvollen Programmen verweisen auf einen enormen Beratungsbedarf.


MuLa bietet Zugang für alle Kinder
Im Informations- und Kommunikationszeitalter besteht zunehmend die Gefahr ungleicher Zugangsmöglichkeiten von Jungen und Mädchen aber auch von Kindern aus wohlhabenden Elternhäusern gegenüber Kindern, deren Eltern sich die digitalen Spielewelten nicht leisten können. Die Kindertagesstätten als übergreifende institutionalisierte Einrichtungen haben hierbei die wichtige Funktion, gravierenden Benachteiligungen entgegenzuwirken. Ein Projekt wie MuLa gibt allen Kindern Möglichkeiten Erfahrungen in den virtuellen Welten zu sammeln.


Fazit
Die frühzeitige Ausformung und Stärkung der kindlichen Medienkompetenz kann nur auf breiter Basis gelingen, wenn sie von einem starken politischen Willen, auch über parteiliche und soziale Grenzen hinweg, getragen wird. In ihrer Breite wird sie dann eine nachhaltige Wirkung erzielen, wenn über punktuelle Maßnahmen hinaus kontinuierliche und strukturelle Offensiven und Investitionen realisiert werden.

Jugend- und bildungspolitische Initiativen dienen der Qualifizierung einer Informations- und Wissensgesellschaft in Richtung einer zukunftsfähigen Bildungsgesellschaft, die der Multimedia-Dynamik gewachsen ist. Es gilt die `Mediengeneration' in Stand zu setzen um eine medial-vernetzte Welt aktiv mitzugestalten, statt ihr passiv ausgeliefert zu sein. Sowohl Jungen als auch Mädchen brauchen zur gesellschaftlichen Teilhabe eine adäquat entwickelte Medienkompetenz.

 
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