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Die Computerkarawane - wie wir sie erlebten

von Siglinde Seemann, Leiterin der Kindertagesstätte Schussenrieder Straße 5 a

Nachdem unsere Einrichtung bereits am Computerausflug teilgenommen hat, sind unsere Kinder und wir auf den Geschmack gekommen.
Wir wollten die Computer für einen längeren Zeitraum ausprobieren. Die Eltern wurden informiert, dass unsere Einrichtung an dem Projekt Computer - Karawane teilnimmt. Das Interesse der Eltern war von Anfang an sehr groß und sie begrüßten dieses Projekt. Sie hatten nun zu den verschiedenen Tageszeiten die Möglichkeit, an den Computern dabei zu sein.

Zu Beginn des Projektes fand ein Elternabend statt, der gemeinsam mit dem Studio im Netz durchgeführt wurde. Die Eltern, darunter viele Väter, kamen mit großem Interesse aber auch mit Bedenken und Erwartungen zu dem Elternabend.

Es wurden viele Fragen gestellt wie z. B.:
"Wie lange spielen Kinder im allgemeinen am Computer?"
"Welche Spiele werden angeboten, lernen die Kinder dadurch Gewalt kennen?"
"Was haben Kinder am Computer zu suchen?"
"Es ist toll, dass die Kinder schon so früh die Möglichkeit haben, mit dem Medium Com-puter umzugehen:"
"Es ist gut, wenn Kinder schon früh spielerisch und unter Anleitung mit dem Computer umgehen lernen."

Für ca. 6 Wochen wurden 3 Computerstationen im Mehrzweckraum aufgestellt. Dazu bekamen wir reichlich Software für die Altersstufe 3 - 10 Jahre.
Die Kinder kamen schnell und problemlos mit dem Medium "Computer" zurecht. Die Handhabung der Maus war für sie kein Problem. Es saßen immer mehrere Kinder am PC und sie kommunizierten sehr intensiv und angeregt miteinander.
Es spielten Kinder gemeinsam, die sonst nie so schnell zueinander gefunden hätten.
Das Abwechseln mit anderen Kindern in der Bedienung funktionierte problemlos. Kinder, die schon etwas Erfahrung gesammelt haben, gaben anderen Kindern bereitwillig Hilfe-stellungen, die gerne angenommen wurden.

Manche Kinder spielten länger, andere kürzer, einige Kinder haben nur zugeschaut und nicht selbst gespielt. Diese Kinder waren dann in beratender Funktion tätig und konnten anderen bei Lösungsmöglichkeiten eines Spieles behilflich sein.
Die Kinder waren sehr konzentriert bei der Sache. Zurückhaltende Kinder haben sich lebhaft und aktiv beteiligt.
Bei Beginn des Projektes griffen die Kinder bei den CD - ROM`s meist nach den Spielen, die auf der Grundlage von Filmen konzipiert waren. Die anderen Spiele wurden einge-führt und von den Kindern genau so gerne gespielt. Großer Renner war bei allen Kindern "Max und das Schloßgespenst", das sie schon bei ihrem Besuch im Studio im Netz ken-nen gelernt haben.

Die Hortkinder liebten vor allem Spiele in denen man rechnen, malen und sonstige Auf-gaben lösen musste. Sie stellten fest, dass der Computer nie ungeduldig wurde und er immer wieder aufforderte es noch einmal zu versuchen. Bei manchen Spielen konnte man sich zum Schluss, wenn alles gelöst war, eine Urkunde ausdrucken. Dies fanden die Kinder besonders motivierend.

Viele Eltern nahmen sich die Zeit und blieben beim Bringen und Holen längere Zeit im Kindergarten und schauten den Kindern beim Spielen am Computer zu. Sie waren sehr erstaunt, wie ungezwungen die Kinder mit dem PC umgingen. Es gab rege Diskussionen wo die Kinder mit der Maus hindrücken sollten. Dies wurde mit dem Zeigerfinger auf den Bildschirm kundgetan, so dass die Oberfläche von vielen kleinen Fingerabdrücken über-sät war.
Manche Eltern sagten: "Wenn wir es nicht selbst erlebt hätten, welchen Spaß und Freu-de die Kinder gemeinsam am Computer haben, würden wir dies nicht glauben":

Die Computerstationen wurden von den Kindern angenommen wie andere Angebote. Es war eines von vielen Aktionen im Kindergarten.

Der frühzeitige spielerische Umgang mit dem Computer ermöglicht den Kindern einen Zugang zu einem Medium, das aus der heutigen Zeit nicht mehr wegzudenken ist. Elek-tronische Medien sollten Kindern schon im Kindergartenalter zugänglich gemacht wer-den. Sie können selbst aus den vielen Informationen auswählen. Vorhandene Ängste, auch von Seiten der Eltern, können abgebaut werden.

Die Zeit der Computer - Karawane verging viel zu schnell. Zum Ende der 6 Wochen gab es einen Aktionstag, an dem ca.10 Computer zur Verfügung standen. Die Eltern nutzten den Tag sehr intensiv, um möglichst viele verschiedene Software kennen zu lernen.

Eltern die vorher eher etwas skeptisch waren, konnten überzeugt werden. Bei einer Be-fragung der Eltern kamen z.B. folgende Äußerungen:
"Ich finde es toll, wenn Kinder die Möglichkeit haben mit dem Computer zu lernen und zu spielen, da Zuhause nicht alle diese Möglichkeit haben".
"Toll war, wie sie in der Gruppe Probleme lösten ohne dabei in Streit zu geraten" usw.

Als die Computer - Karawane weiter ging meinten die Kinder: "Es wäre herrlich, immer einen Computer hier zu haben".

 
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